LAG Energie: Biogas-Zielperspektiven
Die während eines Online-Meetings der Landesarbeitsgemeischaft Energie von Bündnis90/Die Grünen Niedersachsen vorgestellte Präsentation (Download siehe unten) führte zu einem intensiven Meinungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Kontrovers diskutiert wurden unter anderem folgende Thesen:
Eine Flexibilisierung der Biogasverstromung wäre redundant zum ohnehin erforderlichen Aufbau von Wasserstoff-Kraftwerken und Batteriespeichern;
Der Einsatz der eng begrenzten Biogaspotenziale für die Kraftstoff- oder Grundstoffproduktion wäre in einem 100%EE-Energiesystem durch Nutzung der Kohlenstoffanteile des Biogases eine günstigere Option;
Zur Einhaltung der gesteckten Klimaziele muss eine zielführende Transformation zu 100%-EE entschlossen vorangetrieben werden, obwohl das mit hohen Kosten verbunden sein wird; kurzfristig erzielbare Kostensenkung der Erneuerbaren-Energien ist dagegen nachrangig.
Außerdem wurde ein Wert des der Betrachtung zugrundeliegenden Zielszenarios in Frage gestellt: Die für den Mangelausgleich im Stromnetz erforderliche hohe Leistung von 260 GW el., aus dem auch die erforderliche Reichweite von 608 h resultiert. Eine anschließende Überprüfung des Simulationstools 100prosim ergab tatsächlich eine fehlerhafte Anzeige des im Tool korrekt berechneten Wertes. Nach Korrektur werden jetzt 153 GW el. angezeigt, daraus resltiert eine Reichweite von 1033 h. Die Präsentation wurde entsprechend angepasst (Seite 5 und 7), außerdem wurde die zurunde liegende Szenario-Jahresbilanz angefügt (Seite 16). Für die grundlegenden Aussagen in der Präsentation ist die Werte-Korrektur ohne Bedeutung.
An einem weiteren Austausch zu diesem komplexen Thema bin ich interessiert!
Hans-Heinrich "Heiner" Schmidt-Kanefendt
Bild zur Meldung: Mögliche Beiträge von flexibilisierter Biogasverstromung zum Mangelausgleich im 100%EE-Zielsystem